Energiefressende Rechenzentren für einen jungen Kontinent – und wie EWIA davon profitieren könnte
Der Datenverkehr auf dem afrikanischen Kontinent wächst rapide. Immer mehr Smartphones breiten sich in der jungen Bevölkerung aus, KI-Anwendungen verbrauchen deutlich mehr Strom. Dadurch wird auch eine neue Infrastruktur mit lokalen Rechenzentren nötig, die den Ausbau von Solar-, Wind-, Wasser- und Geothermieprojekten wirtschaftlich attraktiv machen. Etwa in Lagos, Nigeria, wo EWIA bereits präsent ist.
Nicht nur aufgrund des massiven Bevölkerungswachstums braucht Afrika viel zusätzlichen – grünen – Strom. Weil die digitale Revolution auch vor Afrika nicht Halt macht, benötigen neben Haushalten, Betrieben, Krankenhäusern auch zunehmend die Rechenzentren des Kontinents diesen Strom.
Smartphones katapultieren Afrika in die Moderne
Tatsächlich ist der rapide steigende Datenverbrauch in Afrika sogar ein zentraler Treiber für den wachsenden Energiebedarf des Kontinents, heute und noch stärker in der Zukunft. Bereits jetzt nimmt die Datennutzung durch mobile Endgeräte massiv zu: Laut dem internationalen Telekommunikationsverband GSMA (Groupe Spéciale Mobile Association) steigt die Smartphone-Durchdringung in Subsahara-Afrika von 51 % (2022) auf 87 % bis 2030, berichtet CIO Africa. Parallel dazu vervierfacht sich der durchschnittliche mobile Datenverbrauch pro Nutzer nahezu, von 4,6 GB pro Monat auf rund 18 GB bis 2028. Wie wir alle wissen, verschlingen Smartphones an sich auch mehr Energie als “Dumbphones”, so dass noch mehr Strom benötigt wird.
Dieser Trend wird zusätzlich verstärkt durch den Ausbau von Cloud-Diensten, Fintech-Anwendungen sowie durch Künstliche Intelligenz. Besonders KI-Anwendungen sind extrem energieintensiv: Generative KI und maschinelles Lernen verbrauchen bis zu zehnmal mehr Energie als klassische Internetsuchen. Jeder zusätzliche Klick, jede Transaktion und jede KI-Abfrage erhöht somit den Rechenaufwand in Rechenzentren deutlich.
Lagos wird zum Daten-Hub
Bis dato haben primär europäische Rechenzentren Afrikas Daten geregelt. Der wachsende Datenverkehr macht jedoch lokale Rechenzentren in Afrika notwendig, um Latenzen zu senken und Datensouveränität zu gewährleisten. Damit steigt auch der Energiebedarf massiv: Afrikas Rechenzentren benötigen heute bereits mehrere hundert Megawatt Strom, und der Bedarf soll laut Prognosen bis 2030 auf rund 2 GW anwachsen, mit einer jährlichen Wachstumsrate von etwa 9 %. Zum Vergleich: Weltweit soll die Rechenzentrumskapazität bis 2030 auf rund 249 GW steigen, inklusive Kühlung sogar auf 374 GW.
In Nigeria, Westafrikas Powerhouse schlechthin, wird das deutlich. Die größte Stadt des Landes, die Megacity Lagos, ist z.B. ein schnell wachsender Rechenzentrumsknotenpunkt für Westafrika, der große globale Betreiber wie Equinix, Africa Data Centres, Digital Realty und Nxtra (von Airtel) sowie lokale Akteure wie Rack Centre und MTN anzieht. Neue Hyperscale-Einrichtungen (wie der auf KI ausgerichtete Campus von Kasi Cloud) sollen 2025–2026 in Betrieb genommen werden, um die steigende Nachfrage nach Cloud-, KI- und digitalen Transformationsdiensten zu befriedigen und dabei die Schlüsselposition der Stadt mit ihren Unterseekabel-Landestationen zu nutzen. In Nigeria hat EWIA bereits boots on the ground.
Für Afrika bedeutet der steigende Datenverbrauch eine doppelte Herausforderung: Einerseits sind Stromnetze oft instabil, was Rechenzentren zwingt, auf teure und umweltschädliche Dieselgeneratoren zurückzugreifen. Andererseits schafft der konstante, planbare Energiebedarf von Rechenzentren starke Investitionsanreize für neue Kraftwerke, Netzausbau und erneuerbare Energien. Rechenzentren können damit als „Ankermärkte“ fungieren, die den Ausbau von Solar-, Wind-, Wasser- und Geothermieprojekten wirtschaftlich attraktiv machen.
Infrastruktur: Können wir
Und wir stehen mit der EWIA Infrastructure dann samt Track Record bereits in den Startlöchern. Bis dato haben wir z.B. bereits mehr als 90 Funkmasten errichtet (siehe auch hier).
Der explosionsartige Anstieg des Datenverbrauchs in Afrika führt also zu einem stark wachsenden Energiebedarf. Gleichzeitig bietet genau dieser Bedarf die Chance, den Ausbau einer moderneren, stabileren und zunehmend erneuerbaren Energieinfrastruktur zu beschleunigen, mit positiven Effekten weit über den digitalen Sektor hinaus. Wir stehen bereit!
